Alltag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Kapitel möchte ich euch einen Einblick in das alltägliche Leben der Ägypter geben.

Der Ägyptische Kalender

Das ägyptische Jahr umfasste 3 Jahreszeiten zu je 4 Monaten

Achet-Jahreszeit: Überschwemmung 
1.Thoth
2.Phaophi
3.Athyr
4.Choaik
Peret-Jahreszeit: Spriessen / Ernte 
1.Tybi
2.Mechir
3.Phamenoth
4.Pharmuthi
Schemu-Jahreszeit: Hitzezeit 
1.Pachon
2.Payni
3.Epiphi
4.Mesore

Kleidung und Mode

Die Ägypter lebten in mildem Klima und waren dementsprechend spärlich bekleidet.

Die Tracht der Frauen blieb bis zum neuen Reich weitestgehend gleich. Sie bestand aus einem weißen, manchmal auch grünem, gelbem oder rotem Leinenkleid, das unter der Brust endete und zwei weite Träger über den Schultern hatte. Ab der XVII. Dynastie wurde dieses enganliegende Kleid unter einem weitem Überkleid oder langem Hemd mit transparenten Ärmeln getragen, welches von einem plissiertem und bestickten Mantel bedeckt wurde. Halskragen, Gürtel und Schleifen komplettierten die Bekleidung. Die Männertracht bestand ursprünglich aus einer Penistasche. Sie machte im Laufe der Zeit große Veränderungen durch, vom einfachen engen, kurzen Schurz im Alten Reich, bis zum langen oder doppelten Schurz, welcher drapiert, bauschig oder plissiert mit einem Hemd oder kurzen Mantel getragen wurde. Der Schurz bestand anfangs aus Palm- oder Schilffasern. Im Alten Reich trugen Männer, und unter gewissen Umständen auch Frauen, ein Leopardenfell. Dieses wurde später zu einem der Charakteristika der Priestertracht. Die Bauern und die Männer, die einen Beruf ausübten, der viel Bewegugsfreiheit brauchte, trugen einen Gürtel um die Hüfte, an dem Riemen aus Fasern oder Leder hingen. Manchmal arbeiteten sie auch nackt.

Die Kinder der Vornehmen blieben ebenfalls bis zur Jugend unbekleidet, oder die Knaben trugen nur einen Halskragen, die Mädchen einem Kamm und einen Gürtel. Spezielle Trachten trugen der Wesir und der König. Ersterer trug eine enganliegende Robe, sie reichte bis zu den Füßen und wurde am Rücken mit einr Schnur geschlossen. Der König trug bei gewissen Zeremonien spezielle Trachten und Attribute, die ihn auszeichneten, z. B. einen am Königsschurz angebundenen Tierschwanz. Priester und Militärs turgen ebenfalls Kleidung die sie auszeichnete.

Die Tracht der Männer war stets weiß. Die Ägypter benutzten nur Leinen, aus denen geschickte Weber feinste Stoffe herstellten. In koptischer Zeit verwendete man Baumwolle, welche heute einen der großen Reichtümer für Ägypten darstellt, ebenso wie die Wolle die im Alten Ägypten aus religiösen Gründen verboten war.

Männer und Frauen trugen auch Perücken, die bei Königen und hohen Beamten aus echten Menschenhaar bestehen konnte. Sie war je nach Mode, kurz oder lang, glatt oder gelockt.

Verschiedenste Schmuckstücke zierten den Körper. Den Kopf schmückten Diademe, Bänder, Spangen  uws. Der König trug das plissierte Kopftuch, einen Flügelhelm oder natürlich die Doppelkrone, ebenso wie Konigin die gehörnte Federkrone (diese Krone trug nur die Große Königsgemahlin), bzw. das Kobradiadem. Ohrringe, Ketten, Kragen und Pektorale, Fußspangen, Armreifen und Ringe vervollständigten die Aufmachung. Dazu trug man Ledersandalen.

Besondere Bedeutung maß man dem Schminken bei, zum einen, weil die Augen Symbol des Gottes Re waren und zum anderen aus hygienischen Gründen. Männer, Frauen und Kinder aller sozialen Schichten bemalten ihre Agen mit je nach Mode und Jahreszeit verschiedenen Farben.

Ernährung

Die Grundnahrungsmittel der Ägypter waren Brot und Bier. Das Brot wurde meist aus Weizen, aber auch anderen Getreidesorten hergestellt. Die Armen begnügten sich mit dieser Nahrung und reicherten sie mit Datteln, Feigen oder Trauben an. Nur manchmal wurde auch eine Gans oder Ente auf Holzkohleherden gebraten. Die Sumpfbewohner aßen auch Lotusblumen- und Papyrusstengel und die Frucht der Lilie.

Wohlhabende Leute begnügten sich natürlich nicht mit dieser Kost, ihre Mahlzeiten konnten sehr prunkvoll sein. Auf den Tischen der Könige wurden mehrere Geflügelarten serviert: Gänse, Enten, Tauben, Wachteln. Fleisch, vor allem vom Rind, wurde sehr viel konsumiert. Da die Memschen Fleisch nicht konservieren konnten, musste geschlachtete Tiere innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Daneben aß man Fisch, entweder gekocht oder getrocknet und gesalzen. Desweiteren gab es versichende Gemüsesorten, wie Rettich und Knoblauch; frisches, gedünstetes oder getrocktetes Obst wie Feigen, Trauben und Datteln und es gab verschieden Käsesorten. Dazu servierte man süße Speisen wie z. B. kleine Kuchen auf der Basis von Honig und den Beeren des Johannisbrotbaumes. An Getränken gabe es neben dem nahrhaften Bier auch viel Milch und Wein.

Die Ägypter aßen drei Mahlzeiten am Tag, aber welche die Hauptmahlzeit war, ist unbekannt. Die Speisen wurden alle mit den Fingern gegessen, man reichte den Gästen kleine Wasserschalen zum Reinigen der Hände.

Ehe und Familie

Die Liebe zur Familie ist eines der Charakteristika der ägyptsichen Seele. Der Wunsch der Vereingung durch eine Heirat drückt sich u. a. in der Liebesdichtung aus, Ägypten ist eine der seltenen Kulturen, in der Heirat mehr als nur ein Zweckbündnis ist.

Ehen wurden in der Bevölkerung ohne jede Formalität zwischen Ehemann und dem Brautvater abgemacht. Die Frau brachte eine Mitgift in die Ehe, die bestand beispielsweise aus Schmuck, Möbeln oder Kleidern. Sie wurde im Falle einer Scheidung vom Ehemann ausbezahlt. Auch der Mann selbst brachte Geschenke mit.

Könige und Prinzen heirateten auch die eigene Tochter bzw. Schwester, denn das königliche Blut musste rein gehalten werden und durfte sich nicht mit dem des Volkes vermischen. Auch besaßen die meisten Pharaoen einen Harem, hohe Beamte auch Konkubinen. Der durchschnittliche Mann hatte nur eine Frau und wurde als zuvorkommender Ehemann bezeichnet.

Die Familie nahm einen wichtigen Platz in der Gesellschaft ein. Familiäre Gruppierungen waren dem Staat verpflichtet, der Brauch wollte es, dass der Sohn dem Vater in dessen Beruf und auf dessen Ländereinen folgte. Den Männern war es ungeheuer wichtig, Nachkommen zu haben, besonders einen männlichen, der dem verstorben Vater den Opferdienst verrichtete, wer keine eigenen Kinder bekam, der konnte auch welche adoptieren. Die Mutter kümmertes sich lange um die Kinder, Kleinkinder wurden 3 Jahre gestillt und allgemein auf dem Rücken getragen. Die Mutter brachte das Kind zur Schule und fütterte es mit Brot und Hausbier. Die Kinderliebe ist charakteristisch für die Ägypter, sie zogen es vor, sie in der Familie aufzuziehen.

Der König besaß das übergeordnete Eigentumsrecht der Ländereien und er konnte sogar den Beruf einer ganzen Familie ändern. Aber auch der Sohn selbst konnte einen anderen Beruf als sein Vater ausführen. Die ganze Familie und Verwandten bildeten ein Team in einem Berufsstand. Die Autorität des Erstgeborenen wurde vom Staat anerkannt und machte ihn oder sie für den Arbeitsablauf und die Steuernbezahlung verantwortlich.

Statuen, Reliefs und Malereien zeigen heute die Zuneigung der Eheleute füreinander. Oft werden sie zusammen dargestellt, wobei die Frau und die Kinder meist kleiner als der Mann sind. Gefühle und sexuelle Beziehungen werden sehr diskret dargestellt. Die Frau hat meistens eine Hand um die Schulter oder Füße gelegt, während der Mann sie nie umfasst, aber gelegentlich auch ihre Hand hält. Zusammen überwachen sie den Haushalt, die Kindererziehung und gehen ihrer Arbeit auf dem Feld nach. Oder sie jagen gemeinsam und erholen sich in ihren Gärten. Wohlhabende Familien hatten manchmal Sklaven, häufiger aber freie Diener, die mit Gütern des Hauses bezahlt wurden.

Erziehung

Die Erziehung der Kinder begann schon in frühester Jugend. Sollte das Kind ein Schreiber werden, so wurde es in eine Schule geschickt, ansonsten lernte es den Beruf von seinem Vater. Zur Ausbildung der Kinder wohlhabender Leute gehörten auch Gymnastik und Schwimmen. Mit der moralischen und sozialen Erziehung der Kinder befassten sich der Vater oder ein Lehrer. Das Kind lernte so die moralischen Regeln, die Umgangsformen und den Respekt vor den Älteren und der Hierarchie.

Vor den König durfte man nicht mit Schuhen treten, anstatt "ich" zu sagen, bezeichnete man sich mit "der Diener da". Das Kind lernte zu grüßen, indem es die Hände auf die Knie legte und es wurdem ihm die Anstandsregeln bei Tisch gelehrt: Sich nicht mit Brot zu bedienen, ohne es dem Nachbarn anzubieten; nur das zu nehmen, was an Tischen von wichtigen Persönlichkeiten angeboten wird; nicht auf den Teller des Nachbarn zu schielen.

Geselligkeit und Liebe

 

Quellen: Ägypten - Menschen, Götter, Pharaonen

          Lexikon des Alten Ägypten

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